Unlängst enthüllte der fürs Militär tätige gigantische Flugzeugkonzern »Northrop Grumman« sein vermeintlich neuestes und demnach fortschrittlichstes Produkt: den unbemannten Jet X-47B. Der Tarnkappenflieger vereint einzigartige Eigenschaften in sich – und ist wahrscheinlich doch bald wieder museumsreif.
X-47B lautet das Kürzel für den aktuellen Jet von Northrop Grumman. Dieser futuristische Jet firmiert auch unter der Bezeichnung Unmanned Combat Air System (UCAS), somit als unbemanntes Kampfflugsystem. Innerhalb des Projektes stehen gegenwärtig zwei Demonstrationsflugzeuge zur Verfügung, welche die besonderen Eigenschaften der neuen militärischen Kampfmaschine deutlich aufzeigen sollen. X-47B dient vor allem dem Einsatz auf Flugzeugträgern der US-Marine und dringt damit in eine Domäne ein, die bisher erfahrenen Kampfpiloten vorbehalten war. Katapultstarts und mit Fangeseilen abgebremste Landungen stellen enorme Herausforderungen an die Piloten; in einem anderen Sinne natürlich auch an die Technologie von Drohnen. Während sich keineswegs alle Piloten über die neue Entwicklung erfreut zeigen, schwärmen Northrop und die US Navy vom X-47B. Das System zeigt die erweiterten Möglichkeiten der Drohnentechnologie klar auf.
UCAS gilt als erster echter Killerroboter unter den Flugzeugen und ist in der Lage, von Flugzeugträgern aus völlig selbstständige Angriffsmissionen zu fliegen. Dabei besteht die Möglichkeit, auch vollautomatisierte Wiederauftankmanöver in der Luft durchzuführen, womit die Reichweite letztlich unbegrenzt ist. Alles ist vorausbestimmt und programmiert, eine Kommunikation mit Vorgesetzten oder Mutterschiff erübrigt sich. Flugzeugträger können durch die hohe Reichweite der Killermaschine auch von küstenferneren und damit sicheren Gewässern aus operieren. Gegenwärtig stehen erste Tests von festem Boden aus an. Später, gegen das Jahr 2011 sollen die Experimente an Bord von Flugzeugträgern fortgesetzt werden.
Dies ist die offizielle Geschichte und der offizielle Zeitplan. Doch wer einen Blick in die militärische Vergangenheit wirft, wird feststellen, dass zwischen Entwicklung eines Projektes und seiner offiziellen Enthüllung viele Jahre vergehen. Und dies trifft wohl insbesondere auf das US-Militär zu. Die verborgenen Projekte, jene Special Access Programs, wie sie in den großen Geheimlabors der Staaten durchgeführt und realisiert werden, zählen nach ihrer Bekanntmachung bereits wieder zum alten Eisen. Längst existieren andere, fortschrittlichere Projekte an ihrer Stelle, und schnell sind solche Utopien dann nichts als Geschichte, wandern ins Museum. Und wie sieht es bei X-47B aus?
von Andreas von Rétyi








