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von | 06.03.2009 | 13:33 ET in Europe

 

Die nicht-anerkannten Minderheiten in Deutschland

Durch die Geschichte hindurch wurde versucht, Bevölkerungsminderheiten zum „Wohle“ der Bevölkerungsmehrheit auszurotten. Es gibt unzälige traurige Tatsachen aus den Jahrhunderten. Nationalismus, Patriotismus und der Glaube wurden so dafür von der Mehrheit missbraucht. Das nicht alles aufgedeckt, für die Nachwelt festgehalten und akzeptiert wird stellt sich heute dennoch als Problem dar. Für wen? Natürlich für die Minderheiten, welche noch immer nicht anerkannt sind. Deutschland wurde u.a. durch die Tatsache groß, weil es z.B. in den Ostgebieten die Minderheiten unterdrückte und sogar versucht hatte, sie auszurotten.

Andererseits hatte die Fremdenfeindlichkeit Deutschland vor einigen Jahrzehnten in den Abgrund gestoßen. Das hat alles belastet. Jetzt ist Deutschland wieder souverän und wirtschaftlich stark und es gibt „offiziell“ andere, bessere Vorzeichen und Umstände; Menschenrechte, Grundgesetz, Demokratie, Rechtstaatlichkeit und die Aussöhnung mit den größten Gruppen der damalig verfolgten und ermordeten Minderheiten wie Juden, Roma und Sinti, Homosexuelle (um nur einige zu nennen). Das ist ein prägender Aspekt in der Gesellschaft und für das gesellschaftliche Klima.

Doch halt! Wie sieht denn heute das komplette Bild aus? Wie ist die Realität für „neue“ oder auch „kleine“ Minderheiten in Deutschland, welche nicht anerkannt sind oder sogar ignoriert werden? Die Gruppe, die Aussöhnung erfährt -nennen wir sie einmal „alte“ oder „große“ Minderheiten- wird ja inzwischen größtenteils respektiert. Dazu ist man ja fast „gezwungen“. Deutschland will ja aus der Vergangenheit lernen und räumt diesen Minderheiten alle Rechte ein – auch überproporzional.

„Nein: Kein Vergessen! Nein: Keine Wiederholung der Greultaten! Natürlich sind wir gegen Neonazis!“

Und was ist mit den „neuen“ oder „kleinen“ Minderheiten in Deutschland? Der normale Bürger bekommt davon nichts mit. Teils hetzt er sogar selbst gegen sie a la 1938! Diese Minderheiten werden heute (Anno 2009) in Deutschland (mehr-oder-weniger) unterdrückt und so weit es geht wird versucht, sie zum Schweigen zu bringen. Und die Medien helfen da teils händereibend mit! Der normale Bürger bekommt sonst nichts von Menschenrechtsverletzungen in Deutschland mit, soweit er nicht selbst mitmacht bei der Diskriminierung, Verleumdung, Rassismus oder bei der Hexenjagt.

Freie Meinungsäußerung ist eine Sache. Aber heutzutage werden weniger Menschen ermordet, denn Mundtot gemacht. Die Religionsfreiheit hat zum Beispiel keinen besonderen bis hin zu garkeinen Wert in der Gesellschaft und die Steinzeitkultur des „Sündenbocks“ ist weiterhin bestandteil der Kultur. Trotz anderen „offiziellen“ Bekundungen. Das ist die Realität, solange nicht alle Menschen alle anderen Menschen umarmen können. Es sollte doch nicht primär entscheidend sein, ob man der Bevölkerungsmehrheit, ob man einer anerkannten Minderheit oder ob man einer diskriminierten Bevölkerungsminderheit angehört.

Die Menschenrechtsorganisationen und die beauftragten Stellen der U.N.O. und der E.U. in Genf und in Straßburg können auch ein Lied davon singen. Auch der Beauftragte der Bundesregierung, welcher die Klagen entgegennehmen muss, kennt das wahre Bild. Er und alle anderen schweigen aber zum Thema …

Das Klima disbezüglich zu ändern, scheint fast unmöglich zu sein. Aber die Hoffnung kann sicherlich bezüglich neuer Generationen aufleben. Und eines Tages werden diese Schrecken wirklich überwunden sein. Hoffentlich. Und Europa, unsere neue Heimat, wächst zusammen!

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2 Responses to Die nicht-anerkannten Minderheiten in Deutschland

  1. avatar

    Mango-Man

    24. September 2009 at 11:15

    Sehr interessant… aber ich kenne keine Minderheit auf die dies zutreffen würde… Vill. können Sie ein paar Namen nehmen? (z.B. das sorb. Volk ist als nat. Minderheut annerkannt und wird geschützt)

  2. avatar

    BR-DE

    26. September 2009 at 15:55

    Im Prinzip gehören auch alle Menschen mit Immigrationshintergrund zu Minderheiten. Im Artikel bezog ich mich aber in erster Linie auf den Genozid an den Balten.

    Desweiteren werden durch den Artikel auch die Menschenrechtsverletzungen an religiösen Minderheiten aufgegriffen (zbs. die “Aufklärung” durch sogenannte “Sektenexperten”). Jedes Kind in der Schule wird heutzutage durch diese Fanatiker gegen religiöse Minderheiten aufgehetzt.

    Und letztenendes liegt das Empfinden, ob oder ob nicht eine Menschenrechtsverletzung vorliegt, bei der betroffenen Minderheit und nicht bei der Mehrheit. Denn die Mehrheit wird immer nur sagen können: “Ach, stimmt doch gar nicht, ist doch bestimmt halb so schlimm”!

    Nur die betroffenen Minderheiten haben natürlicherweise das Interesse, Ungerechtigkeiten und Rechtsbrüche aufzugreifen. Fragen Sie einfach einmal einen Vertreter einer Minderheit, ob sie diese Probleme mit Anfeindungen oder Verleumdungen (oder gar mehr) haben oder nicht haben.

    Aber normalerweise kümmert das einen Vertreter der Mehrheit ja “keine Bohne”.

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