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Geschichte der Prußen Teil III 997 – 1226 n.Chr.

Veröffentlicht von rs on Mai 9th, 2009 und gespeichert unter Geschichte, Preussen. Sie können Kommentare über die Artikel hier mitverfolgen: RSS 2.0. Beides, Kommentare und Pings sind derzeit nicht möglich.

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Zwischen 1002 und 1025 machte Herzog Boleslaw Chrobry I. „der Tapfere“ von Polen die Prußen tributpflichtig. Die Prußen erlitten neben weiteren Bekehrungsversuchen die Herausgabe ihrer schönsten Kinder an den polnischen Herzog. Währenddessen drang zur Missionierung auch Erzbischof Brun von Querfurt, im Auftrag des polnischen Herzogs, ins Prußenland ein. Im Jahr 1009 wurde der Erzbischof jedoch, mit 18 Gefolgsleuten, an der prußischen Grenze zu Russland erschlagen. Jesus wurde von den Prußen als „Polengott“ angesehen. Im Jahr 1015 zerstörte der polnische Herzog unter anderem das höchste prußische Heiligtum „Romowe“ und dessen heiligen Hain.

Zwischen 1015 und 1035 unterwarf König Knut „der Große“ von Dänemark das prußische Gau Samland. Im Jahr 1036 machte sich Mundschenk Maslaus zum Fürsten von Masowien (Polen), wurde aber von König Casimir verjagt und flüchtete ins Prußenland. Im Jahr 1042 fiel Masowien, und somit Prußen, vom polnischen Reich ab woraufhin Mundschenk Maslaus mit Hilfe der Prußen das polnische Reich angriff. Er und seine Unterstützer wurden aber mit großen Verlusten geschlagen.

Im Jahre 1058 drang Herzog Boleslaw Chrobry I. „der Tapfere“ von Polen erneut in Prußen ein und verkündete, dass das ganze prußische Volk christlich werden müsse und dass Prußen der polnischen Krone unterstellt sei. Danach, im Jahr 1060 kam es erneut zum Krieg mit Polen.

Zwischen 1076 und 1086 besiegte Knut IV. „der Heilige“ von Dänemark das prußische Gau Samland und versuchte wiederum die Samländer zu bekehren. Im Jahr 1095 rief Papst Urban II. den Generalkampf und den Kreuzzug gegen alle Ungläubigen aus.

In den Jahren 1107, 1108, 1110 und 1111 verwüstete Herzog Boleslaw III. „Schiefmund“ von Polen das Prußenland und machte reiche Beute und auch gefangene. Schließlich im Jahr 1112 schlugen die Prußen mit Hilfe des Pommernherzogs Gnewomit die Raubzüge der Polen zurück.

Dennoch verwüstete in den Jahren 1115 und 1119 Herzog Boleslaw III. „Schiefmund“ von Polen das Prußenland erneut; er verbrannte prußische Grenzsiedlungen und deportierte die überlebende Bevölkerung. Er kämpfte insgesamt bis ins Jahr 1127 gegen die Prußen. Im Jahr 1138 starb Herzog Boleslaw III. „Schiefmund“ von Polen und das Reich zerfiel daraufhin in streitende Fürstentümer.

Im Jahr 1141 beauftragte Papst Innozenz II. den Bischof Heinrich von Mähren die Prußen letztendlich zu bekehren. Der Bischof unternahm daraufhin mit Bischof Heinrich Zdico von Olmütz einen ersten erfolglosen Versuch.

Der Pole (Wende) Herzog Boleslaw IV. „Kraushaar“ nahm mit Hilfe von Russen im Jahr 1147 die Raubzüge seiner Vorgänger ins Prußenland wieder auf. Unter dem Vorwand, den Prußen die bisherige Freiheit zuzugestehen, konnte er die Prußen unterwerfen und forderte daraufhin Tribut und zwang sie, den christlichen Glauben anzunehmen.

Im Jahr 1157 berichtete Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ über einen siegreichen Zug nach Polen. Das Jahr 1167: Herzog Heinrich von Sandomir versuchte vergeblich von Polen aus nach Prußen einzufallen; er und sein Heer wurden alle erschlagen.

Die Gründung des Deutschen Ordens („Hospitalgemeinschaft“), welcher die Zukunft der Prußen entscheidend negativ verändern werden würde, fand im Jahr 1190 in Akkon in Palestina während des dritten Kreuzzugs statt.

1192 fanden in prußischen Grenzgebieten weitere polnische Raubzüge statt, da vorher Prußen ihrerseits polnische Grenzgebiete verheert hatten. Im Jahr 1197 erlaubte der Papst generell den Handel mit „Heiden“. Im darauffolgenden Jahr rief Papst Innozenz III. die Inquisition aus und der Deutsche Orden wurde in einen geistlichen Orden umgewandelt.

Um das Jahr 1200 wurde die prußische Bevölkerung auf ca. 200.000 bis 500.000 geschätzt. Die Größe des Prußenlandes umfasste ca. 40.000 qkm. Im Jahr 1206 wurden missionierende Zisterzienser gefangengenommen und Papst Innozenz III. rief erneut zur Missionierung ins Prußenland auf.

Daraufhin wurde im Jahr 1209 der Zisterziensermönch Christian zum Bischof von Prußen ernannt und begann seine Mission mit Unterstützung von Konrad von Masowien. Im selben Jahr fiel König Waldemar von Dänemark ins Gau Samland ein, nachdem er bereits Rügen, Mecklenburg und Pommern unterworfen hatte.

Das Jahr 1212: Papst Innozenz III. verurteilte die Praktik der Polen, die bekehrten Prußen zu versklaven und überhöhte Steuern zu verlangen. Zisterzienser behinderten die Mission von Bischof Christian und verfolgten weiterhin die Praktik der Versklavung der Prußen. Bischof Christian wurde schließlich 1215 offiziell zum Bischof von Prußen geweiht und konnte die Prußenhäuptlinge Warpode und Survabuno in Rom direkt vom Papst taufen lassen. Sie erhielten die christlichen Namen Phillip und Paul und erhielten daraufhin Ländereien vom Bischof; die Gebiete Löbau und Lanzania am Frischen Haff.

In den Jahren 1216 und 1217 fanden wegen wiederholten Überfällen durch Konrad von Masowien Vergeltungsangriffe der Prußen auf Mosowien statt. Im selben Jahr scheitert der Aufruf des Papstes Honorius III. zum Kreuzzug gegen die Prußen. Im darauffolgenden Jahr, 1218, konnte der Papst aber einen Kreuzzug nach Prußen in abgeschwächter Form durchsetzen; jene Kreuzfahrer benötigten die Zustimmung des Bischofs Christian. Der Papst setzte außerdem ein Verkaufs- und Handelsverbot für Eisen, Salz und Waffen für Prußen durch. Bischof Christian versuchte den Papst für den Schulenbau im Prußenland zu gewinnen. Woraufhin der Papst am 15. Mai 1218 die Gläubigen bat, für dieses Vorhaben zu spenden. Das mittelalterliche Lateinlehrbuch „Donat“ wurde ins Prußische übersetzt, welches heute jedoch unauffindbar ist.

Papst Honorius III. rief 1220 den ersten nordischen Kreuzzug nach Prußen aus. Die Prußen konnten währenddessen den Gau Kulm zurückerobern und fielen auch in Masowien ein. Der Krieg mit polnischen Kreuzfahrern dauerte drei Jahre; denn erst gegen Ende des Krieges konnten die Prußen die Angreifer erfolgreich abwehren.

Zwischen 1222 und 1224 versuchte ein Kreuzfahrerheer unter Heinrich I. von Schlesien erfolglos, Prußen zu erobern. Zur selben Zeit versuchten auch wieder polnische Adelige durch einen Kreuzzug das Prußenland zu unterwerfen. Durch die Kämpfe wurde das strategische Kloster Oliva durch die Prußen zerstört.

Im Jahr 1225 predigte der Papst seinen Gläubigen im Prußenland: „Wo der Geist Gottes ist, müsse Freiheit sein.“ Im Folgejahr, 1226, erließ Kaiser Friedrich II. die Goldbulle von Rimini, welche dem Hochmeister Hermann von Salza übergeben wurde und den Deutschen Orden ermächtigte, das Prußenland endgültig zu beherrschen. Das leitete die deutsche Leidensherrschaft ein, welche in einem schleichenden Genozid an den Prußen endete.

-dig-

Fortsetzung folgt

Fotos: Landkarte der prußischen Gaue im 13. Jahrhundert / Rekonstruierte Flagge der Prußen / Hermann von Salza, Hochmeister des Deutschen Ordens

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