Litauische Politiker haben in der jüngsten Zeit immer wieder mangelnde Solidarität der großen EU-Mitglieder, vor allem Deutschlands, gegenüber den kleineren und ärmeren EU-Staaten kritisiert.
Kestutis Girnius verteidigt im Nachrichtenportal Delfi das Verhalten Deutschlands:
“Deutschland ist großzügig. Es war jahrelang Europas Zahlmeister, hat das meiste Geld aufgebracht, um Europa zu entwickeln. Deutschland hat seinen militaristischen Traditionen entsagt und auf eine Politik der Verständigung gesetzt. Diese Außenpolitik mit humanitärer Hilfe für ärmere Länder und dem Einsatz für Menschenrechte ist von Werten bestimmt. Litauen will auch immer so sein, aber das sind bei uns meist nur Worte, keine Taten.
… Wenn es um Werte geht, ist es übrigens wichtiger, armen afrikanischen Ländern zu helfen als etwa der Ukraine oder Georgien. Dort verhungert niemand. Litauen hat anderen Ländern in Sachen Solidarität keine Lektion zu erteilen. Es erhält mehr Hilfe von anderen, als es verteilt – und es ist ja nicht mal seinen eigenen Bürgern gegenüber solidarisch. Fast nirgends in der EU geht die soziale Schere so weit auseinander wie hier und unser Steuersystem verschärft das noch. In Deutschland hingegen war man solidarisch, als man im vergangenen Jahrzehnt die Steuern etwas erhöhte, um dem Osten des Landes zu mehr Wohlstand zu verhelfen.”
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