Der EU-Beitritt 2004 bescherte den baltischen Staaten ein kleines Wirtschaftswunder. Doch damit ist es vorbei: Das Wachstum bricht ein. Spekulanten wetten jetzt auf eine Abwertung der lettischen Währung. Für skandinavische Banken ist das keine schöne Perspektive.
Am vergangenen Montag hat sich das krisengeschüttelte Lettland Notanleihen sowohl von der EU als auch vom Internationalen Währungsfonds (IWF) sichern können.
Eine Abwertung der lettischen Währung rücke gleichwohl immer näher, schreibt die Tageszeitung Dagens Nyheter (Schweden) mit Verweis auf die Forderung des IWF, die bereits stark reduzierten öffentlichen Ausgaben noch weiter zu kürzen:
“Eine Währungsabwertung kann dem Land zu einer rascheren Erholung verhelfen, ist aber kein Wundermittel.
… Der IWF und die EU gewähren Lettland Kredite in Euro. Wenn die Abwertung schließlich kommt, was unausweichlich scheint, wird die Rückzahlung für den lettischen Staat teurer.
… Zu Beginn der 1990er Jahre ähnelte die Situation in Schweden der [heutigen] in Lettland: Es gab einen überbewerteten Währungskurs … [und] eine handfeste Krise. Eine frei fließende [schwedische] Krone [freier Wechselkurs], in Kombination mit der Sanierung des Staatsbudgets, war ein Teil der Lösung.
Für Lettland ist es an der Zeit, den gleichen Weg zu gehen.”
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