Riga (dpa) — Spektakuläre Folge eines Wett-Skandals: Bei der vorerst letzten Runde des baltischen Fußball-Cups «Triobet Baltic League» fehlte diese Woche mit dem FK Dinaburg erstmals ein Spitzenclub unter den 16 besten aus Estland, Lettland und Litauen wegen mehrfach abgesprochener Spiele.
Die Elf aus der zweitgrößten lettischen Stadt Daugavpils ist außerdem schon seit Anfang Oktober auch aus der ersten Liga des eigenen Landes ausgeschlossen. Die Baltic League wird von der Wettfirma Triobet gesponsort. Bei Wettbüros sollen Dinaburg-Funktionäre Wetten vor Spielen platziert haben, die dann mit den «passenden» Ergebnissen endeten. Der lettische Verband LFF hat neben dem Vereinsausschluss bis Saisonende den früheren Manager Oleg Gavrilow und Trainer Tamaz Pertija auf Lebenszeit von Funktionen im lettischen Fußball ausgeschlossen.
Verbandssprecher Martins Hartmanis meint dazu: «Wir hatten die Spieler und die Verantwortlichen schon im Juni verwarnt. Trotzdem kamen weiter Informationen über auffällige Wetten bei Dinaburg- Spielen mit entsprechenden Ergebnissen.» Der Verband habe mit äußerster Strenge wegen offensichtlich abgesprochener Ergebnisse gehandelt und werde das weiter tun.
Dinaburg ist damit der erste Verein, der durch das neue Überwachungssystem «BFDS» zur Aufdeckung von Wett-Betrug und abgesprochenen Spielen des europäischen Fußballverbandes UEFA überführt wurde. BFDS erfasst alle Spiele der ersten beiden Ligen in allen Ländern auf auffällige Wetteinsätze und Ergebnisse.
UEFA-Sprecher Rob Falconer meint: «Wir verfolgen das alles in Echtzeit und informieren bei Verdachtsmomenten die nationalen Verbände. So war es auch im Fall Dinaburg.» Das lettische Beispiel könne auch anderswo «zum Nachdenken anregen» und habe die Funktionsfähigkeit der neuartigen Überwachungssystems gezeigt.
In Lettland betrauern Fußballfreunde den bösen Imageschaden in einer Phase mit positiven Ergebnissen für die Nationalmannschaft des kleinen Baltikums-Landes. Hier meinen viele, dass die durchaus mögliche Qualifikation für die WM in Südafrika vor allem deshalb nicht zustande gekommen ist, weil ein Schiedsrichter dem Gruppengegner Griechenland mit einem geschenkten Elfmeter entscheidend weitergeholfen hat. Man könne auch anders als durch Wett-Absprachen manipulieren, heißt es in Riga.
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