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Tagesspiegel kündigt DPA wegen Springer

Veröffentlicht von MMnews on Nov 7th, 2009 und gespeichert unter Medien. Sie können Kommentare über die Artikel hier mitverfolgen: RSS 2.0. Beides, Kommentare und Pings sind derzeit nicht möglich.

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„Tagesspiegel“ kündigt DPA wegen Umzug zu Springer. „Wir sehen die Unabhängigkeit gefährdet und haben kein Vertrauen mehr“, sagte Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff.

Der in Berlin erscheinende „Tagesspiegel“ hat der Deutschen Presse-Agentur (DPA) wegen ihres geplanten Umzugs in die Berliner Ladengalerie des Medienkonzerns Axel Springer gekündigt. „Wir sehen die Unabhängigkeit gefährdet und haben kein Vertrauen mehr“, sagte Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff dem Handelsblatt zur Begründung.

Die Zeitung sieht mit dem Umzug unter das Dach von Europas größtem Zeitungskonzern einen Interessenskonflikt. Wirtschaftliche Gründe hätten für die Kündigung keine Rolle gespielt. „Wir wollen nicht mit unserem Geld die Rendite von Springer verbessern“, sagte ein Insider in Berlin.

Die DPA bestätigte den Eingang der Kündigung des “Tagesspiegels”. Die Agentur will aber die Befürchtung einer angeblich gefährdeten Unabhängigkeit in einem Gespräch aus dem Weg räumen. “Wir sind überrascht. Wir wollen mit dem Tagesspiegel reden”, sagte ein Unternehmenssprecher. Unabhängigkeit sei das höchste Gut einer Nachrichtenagentur, die man in keiner Weise gefährden wolle.

Die Deutsche Presse-Agentur zieht im Sommer nächsten Jahres mit ihrer Zentralredaktion nach Berlin in die Axel-Springer-Passage, zu Füßen der Konzernzentrale. Nach Angaben eines DPA-Sprechers werde die Agentur aber nicht die Adresse Axel-Springer-Platz 1 haben. Deutschlands führende Nachrichtenagentur wird nach Unternehmensangaben im fünften Stock der Ladengalerie rund 3.500 Quadratmeter beziehen. Damit konzentriert DPA seine Redaktionen, die bislang in Hamburg, Frankfurt und Berlin angesiedelt waren.

Die Kündigung des „Tagesspiegel“, der ebenso wie das Handelsblatt dem Stuttgarter Verleger Dieter von Holtzbrinck gehört, kommt für die DPA zu einer Unzeit. Denn die Nachrichtenagentur befindet sich in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Bereits die in Nordrhein-Westfalen ansässigen Regionalbätter der Essener WAZ-Gruppe hatten der DPA, bei der Ex-Spiegel-Online-Mann Wofgang Büchner Anfang 2010 den Chefredakteursposten übernehmen wird, in diesem Jahr aus inhaltlichen Gründen gekündigt. Im vergangenen Jahr erzielte DPA mit 450 Redakteuren Erlöse von 94 Mio. Euro. Der Überschuss sank auf 2,9 Mio. Euro (Vorjahr 4,4 Mio.).

Mit freundlicher Genehmigung von MMNEWS

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