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Mehr Truppen für Afghanistan

Veröffentlicht von eurotopics on Nov 25th, 2009 und gespeichert unter Presseschau. Sie können Kommentare über die Artikel hier mitverfolgen: RSS 2.0. Beides, Kommentare und Pings sind derzeit nicht möglich.

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US-Präsident Barack Obama will nächste Woche seine neue Afghanistanstrategie vorstellen. Dazu soll ein Plan für den Abzug der Truppen gehören, doch erstmal wird er mehr Soldaten schicken.

Berner Zeitung – Schweiz

US-Präsident Barack Obama steht kurz vor der Entscheidung über seine Afghanistan-Strategie. Wie die aussehen könnte, schreibt die Berner Zeitung:

“Der Befehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, hat sich in einer Lagebeurteilung für die Entsendung weiterer 40.000 Soldaten ausgesprochen, um eine Niederlage im Kampf gegen die Taliban zu verhindern. Experten rechnen damit, dass Obama die Entsendung von 32.000 bis 35.000 zusätzlichen Soldaten ankündigen wird. Die Entscheidung hat sich nach Angaben aus Regierungskreisen lange hinausgezögert, weil Obama gleichzeitig zur Truppenaufstockung eine Exit-Strategie vorstellen will, also einen mittelfristigen Plan zur Übergabe der Verantwortung für die Sicherheit an die afghanischen Streitkräfte und die Polizei, gefolgt von einem graduellen Rückzug der ausländischen Truppen.” (25.11.2009)

Corriere della Sera – Italien

Mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken ist vermutlich der einzige Weg, um den Konflikt zu lösen, schreibt die liberal konservative Tageszeitung Corriere della Sera. Das müsse Italien endlich verstehen:

“Es mag paradox erscheinen, heute weitere Truppen nach Afghanistan zu schicken, um sie morgen einfacher wieder abziehen zu können.

… Und dennoch ist dies genau die Strategie des US-amerikanischen Präsidenten.

… Es ist ein Kalkül mit hohem Risiko, auf das die Atlantische Allianz reagieren muss, angefangen bei unserem zerstreuten Italien. Das hat ehrliche Tränen über seine gefallenen Soldaten vergossen, aber auch die Angewohnheit, den Krieg, der sie getötet hat, schnell wieder zu vergessen.

… Es ist nicht länger möglich, wie bisher zu sagen, wir hätten das Äußerste getan und könnten nicht mehr tun. Das, was wir nicht tun können, ist alleine zu handeln oder weniger als die anderen zu leisten. Und wenn irgendjemand das den Italienern erklären würde, könnte vielleicht auch die öffentliche Meinung endlich besser begreifen, warum wir in Afghanistan sind.” (25.11.2009)

Gazeta Wyborcza – Polen

Die anstehende Entscheidung von US-Präsident Barack Obama, mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken, könnte in einem Desaster enden, meint die linksliberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza:

“Obama hat sich von den Generälen überzeugen lassen, die im Irak eine ähnliche Strategie durchgetestet hatten. Dort hatte der Druck auf die Zivilbevölkerung einen enormen Anstieg der Gewalt bewirkt und dazu geführt, dass die Unterstützung der Iraker für die Terroristen und für die Partisanen stark gewachsen ist.

… Die größere Zahl von Soldaten in Afghanistan wird entweder zur Folge haben, dass der Terror abnimmt, die Afghanen wie früher die Iraker selbst für sich Sorge tragen und die westlichen Koalitionäre sich langsam zurückziehen. Oder Afghanistan wird im Chaos versinken.” (25.11.2009)

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