Atomkraftwerke für fremde Planeten, Satelliten-Bündel in der geostationären Umlaufbahn und atomgetriebene Raumfrachter: Die russische Raketenholding Energia visiert einige ehrgeizige Projekte an.
Moskau (RIA Novosti) — Unternehmenschef Witali Lopota präsentierte am Mittwoch an der Bauman-Universität in Moskau einige Projekte, die bereits umgesetzt oder noch geprüft werden.
Das Unternehmen sei bereit, ein 150- bis 500-Kilowatt-Atomkraftwerk zu entwickeln, um damit künftig Strom für mögliche Einsätze auf dem Mond oder auf dem Mars zu erzeugen. Das Projekt könne bis 2029 verwirklicht werden.
Das Unternehmen sei bereits dabei, einen Beobachtungssatelliten zu entwickeln, der im Kriegsfall dem russischen Militär Ziele vorgeben könne. Der Satellit solle zwei Antennen mit 20 Meter Durchmesser und eine Betriebsdauer bis zu 15 Jahren haben.
Lopota bekräftigte Pläne für die Entwicklung eines Atomtriebwerkes für Raumflüge. Möglich sei auch ein atomgetriebener Raumfrachter, der Satelliten in die geostationäre Umlaufbahn bringen soll. Das mache es möglich, die Transportkosten mindestens zu halbieren und die Nutzlast zu verdreifachen.
Die geostationäre Umlaufbahn sei zurzeit überlastet: „Dort befinden sich rund 1.000 Satelliten, mehr als 600 davon mittlerweile außer Betrieb“. Ein Ausweg bestehe darin, Satelliten dort nicht vereinzelt, sondern an Plattformen mit vielen Montagezellen zu platzieren. Es sei „höchste Zeit“, mit diesem Projekt zu beginnen. Die erste 20 Tonnen schwere Plattform könne ungefähr 2018 gebaut werden. Das Atomtriebwerk helfe dann, diese Konstruktionen ins All zu bringen.
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