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Wenig Kooperation in Davos

Veröffentlicht von eurotopics on Feb 1st, 2010 und gespeichert unter International, Presseschau. Sie können Kommentare über die Artikel hier mitverfolgen: RSS 2.0. Beides, Kommentare und Pings sind derzeit nicht möglich.

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Am Sonntag ist in Davos das Weltwirtschaftsforum zu Ende gegangen.

Am Sonntag ist in Davos das Weltwirtschaftsforum zu Ende gegangen. | Bild: vdl

Am Sonntag ist in Davos das Weltwirtschaftsforum zu Ende gegangen. Politiker forderten unter anderem Reformen für den Finanzmarkt, aber die Vertreter der Wirtschaft konnten sich auf kein gemeinsames Vorgehen einigen.

Doch gerade Zusammenarbeit ist wichtig für die Zukunft, meint die europäische Presse, sowie ein Mindestmaß an gemeinsamen Werten.

La Vanguardia – Spanien

Das Weltwirtschaftsforum in Davos hat laut der liberalen Tageszeitung La Vanguardia eine weitere internationale Priorität hervorgehoben, nämlich “die Notwendigkeit der Zusammenarbeit, um eine Vertrauenskrise wegen der Staatsverschuldung zu verhindern, deren Ausmaß durch die Konjunkturpakete exponentiell gestiegen ist und die dramatische wirtschaftliche und soziale Folgen haben könnte. Die Europäische Union muss in dieser Hinsicht als ersten Schritt die griechische Bombe entschärfen, da eine Einstellung der Zahlungen durch Griechenland schwerwiegende Folgen in der ganzen Welt hätte, vor allem aber innerhalb Europas – und dort ganz besonders in den Ländern, die von der Krise am meisten betroffen sind.” (01.02.2010)

Neue Zürcher Zeitung – Schweiz

Die aktuelle Wirtschaftskrise wurzelt in einer Krise der Werte, meint die konservative Neue Zürcher Zeitung. Sie kritisiert zu kurzfristiges Denken, ungenügend klare Haftung, Vernachlässigung des Kundennutzens, zu wenig Sorge um die politische Akzeptanz:

“Ein Begriff, der in Davos dieses Jahr allgegenwärtig ist, ist der der Werte.

… Tatsache ist allerdings, dass die freie Wirtschaft und Gesellschaft auf gemeinsamen Werten fusst. Sie kann nicht funktionieren, wenn die Menschen nicht zentrale moralische Auffassungen miteinander teilen. Moral kann durch Gesetze weder erzwungen noch in grösserem Ausmass ersetzt werden. Eine Gemeinschaft, in der alles geregelt wäre, entbehrte der Menschlichkeit und könnte nicht überleben. Deshalb wirken die Bestrebungen, dem vermeintlichen und tatsächlichen Mangel an Anstand mittels Vorschriften beizukommen, hilflos, abgesehen davon, dass die Menschen in den letzten Jahren nicht plötzlich so viel schlechter geworden sind, dass sie nun gegängelt werden müssten.” (30.01.2010)

Ta Nea – Griechenland

Das zentrale Thema beim Weltwirtschaftsforum in Davos, die internationale Kooperation, verwundert die linksliberale Tageszeitung Ta Nea:

“Karl Schwab, der das Forum 1971 gegründet hat, sagte schon, dass man die Probleme der internationalen Kooperation überprüfen müsste. Und es schien, als ob diesmal das Thema Konkurrenz auf der Tagesordnung des Forums fehlte, obwohl es immer das Lieblingsthema der tausenden Politiker und Unternehmer ist, die sich alljährlich in dem schweizerischen Dorf treffen, um das globale Wirtschaftssystem zu regulieren. Bedeutet es, dass das Dogma ‘jeder für sich allein’ bei dem Versuch der Bildung einer ‘Global Governance’ nun aufgegeben wird?” (30.01.2010)

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