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Estnische Auszeichnung für Dieter Thomas Heck

Veröffentlicht von Aino Siebert on Feb 5th, 2010 und gespeichert unter Estland, Featured. Sie können Kommentare über die Artikel hier mitverfolgen: RSS 2.0. Beides, Kommentare und Pings sind derzeit nicht möglich.

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Der Deutsche Dieter Thomas Heck erhält eine hohe Auszeichnung in Estland

Dieter Thomas Heck - Ein Leben zum Wohle anderer

Wie die Präsidentenkanzlei in Tallinn bekannt gab, steht der Produzent, Entertrainer, Schauspieler und Sänger auf der Liste der Personen, denen von Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves am 24. Februar 2010, dem 92. Jahrestag der Gründung der Republik Estland, die Verdienstmedaille des estnischen Roten Kreuzes  der dritten Klasse verliehen wird.

Zur Begründung heißt es, Dieter Thomas Heck habe vorbildlich Humanitärhilfe nach Estland gebracht und vermittelt. Der Orden des Estnischen Roten Kreuzes wurde am 6. August 1920 ins Leben gerufen. Von 1920 bis 1936 wurde er von der Estnischen Rotkreuz Gesellschaft (Eesti Punase Risti Selts) verliehen. Mit Inkrafttreten des estnischen Ordensgesetzes am 7. Oktober 1936 wurde er ein staatlicher Verdienstorden der Republik Estland.

Der Orden des Estnischen Roten Kreuzes wird Esten und Ausländern durch den estnischen Staatspräsidenten zum estnischen Unabhängigkeitstag im Februar eines jeden Jahres verliehen. Er würdigt Verdienste auf dem Gebiet von Gesundheit und Sozial- und Humanitärwesen zum Gemeinwohl des estnischen Volkes sowie den persönlichen Einsatz zur Rettung von Menschenleben. 1925 und 1928 war er der einzige Verdienstorden, der von der Republik Estland verliehen wurde.

Dieter Thomas Heck – ein unermüdlicher Spendensammler

Heck in Tallinn, auf dem Domberg (2007)

Dieter Thomas Heck wurde am 29. Dezember 1937 in Flensburg als Carl-Dieter Heckscher geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung nahm Heck Gesangsunterricht und tritt 1959 in Peter Frankenfelds Sendung „Toi, toi, toi“ als Sänger auf. Drei Jahre später vertritt er Deutschland in der Vorentscheidung des Eurovision Song Contest. 1963 hat der Südwestfunk Dieter Thomas Heck als Moderator entdeckt und so arbeitete der Nord-Deutsche zunächst beim Radio. Nach einem Jahr wechselte er dann zu Radio Luxemburg und es gelang ihm der Sprung über die Europawelle Saar zum Fernsehersender ZDF, wo er 15 Jahre „Schlagerparade“ – später bekannt als ZDF-Hitparade, moderierte. Nach anfänglichem Veriss durch die Medien, etablierte sich die Hitparade zu der Kultmusiksendung der 1970er und 1980er Jahre.

Für das ZDF moderierte der „Schnellsprecher der Nation“ noch das Rätselspiel „4 gegen 4“, die Quizshow „Die Pyramide“ , aber auch seine erste Wohltätigkeitssendung wie „Ein Herz für Kinder“. Dieter Thomas Heck ist auch mit der „Goldenen Stimmgabel“, gestiftet von Villeroy & Boch, geehrt worden, welche die Förderung und Auszeichnung deutschsprachiger Interpreten und Autoren zum Ziel hat.  Neben seinen Fernseherverpflichtungen übernahm der Moderator immer wieder auch Rundfunkaufgaben. 1985 startete er mit der erfolgreichen ZDF-Show „Melodien für Millionen“, die er für die Deutsche Krebshilfe präsentierte. Auch mit der jährlich ausgestrahlten Sendung „Superhitparade“ wurde Geld für die Welthungerhilfe gesammelt.

Heck 2007 in Haapsalu

Gelegentlich unternahm Dieter Thomas Heck auch Ausflüge ins Schauspielfach. Man sah ihn unter anderem 1970 in dem Fernsehfilm “Das Millionenspiel”, im “Tatort” (1981) sowie in den TV-Serien “Café Wernicke” (1981-1983) und “Praxis Bülowbogen” (1988). Vor kurzem war er in der „Soko Stuttgart“ und bei den „Rosenheimcops“ zu sehen. Der Sänger Dieter Thomas Heck veröffentlichte u.a. das Album “Es ist Mitternacht John” und “Mein ganz persönliches Wunschkonzert – Evergreens”. Schon 1974 publizierte der Entertrainer seine Autobiographie „Mein Leben ist wie die Hitparade“, 13 Jahre später schrieb er seine Erinnerungen „Der Ton macht die Musik“.

Für seine Arbeit wurde Dieter Thomas Heck schon mehrmals ausgezeichnet, u.a. bekam er das Bundesverdienstkreuz am Bande (1984), den Saarländischen Vierdienstorden (1999) und die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg (2000) für seine mittlerweile in die Millionenhöhe gehenden Spendeneinnahmen für soziale Zwecke. Seit 1976 ist Dieter Thomas Heck mit Ragnhild, genant Hildchen, verheiratet; sie haben eine Tochter Saskia Fee Isabel. Aus erster Ehe hat der Moderator zwei Söhne.

Privat engagiert sich Dieter Thomas Heck seit 1990 sehr intensiv für den von ihm ins Leben gerufenen Grit-Jordan-Verein e.V. Dort werden seit 1992 vorrangig Spina bifida- und Hydrozephals-Kinder aus Estland betreut und auf Kosten des Vereins in Deutschland operativ behandelt und versorgt. Am 7. März 2008 eröffneten Ragnhild und Dieter Thomas Heck in Haapsalu/Estland ein Jugendwohnheim für Kinder im Alter von 18 bis 20 Jahren, die aus ihrem Kinderheim aus Altersgründen ausziehen mussten. Diese Kinder wurden von den Ärzten der Berliner Charité operiert. Nach Erreichen des 18. Lebensjahres hätten diese Jugendlichen aus gesetzlichen Gründen das Kinderheim verlassen müssen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keinerlei Möglichkeiten, verwaiste Jugendliche in einem Jugendheim unterzubringen. Und für diese Waisen haben Ragnhild und Dieter Thomas Heck zusammen mit den estnischen Behörden ein Jugendwohnheim gebaut, in dem betreutes Wohnen und eine Ausbildung möglich sind.

Dieter Thomas Heck ist ein unermüdlicher Spendensammler. Über 80 Millionen Euro hat er in beinahe 40 Jahren für den guten Zweck gesammelt – für hungernde Kinder in aller Welt oder für die Deutsche Krebshilfe, aber auch für die estnischen Kinder.
Foto Werner Siebert


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