E-Books sind für Estland weder ein Zaubermittel noch das Ende der Welt oder eine geistige Wende, meint die Tageszeitung Postimees:
“Übersetzungen aus dem Estnischen werden vor allem von Universitäten oder kleinen Verlagen publiziert, und das bringt Ruhm und Ehre mit sich, aber kaum Geld. E-Books ändern daran nicht sonderlich viel. Die Vertriebschancen verändern sich in erster Linie nur theoretisch, denn die Sprachbarriere verschwindet nicht.
Im Gegenteil: Durch das Internet wird die Rolle des Englischen sogar eher noch gestärkt. Die Chance, dass außer ein paar Exil-Esten jemand ein estnischsprachiges Buch beispielsweise in der Google-Bibliothek liest, ist verschwindend gering. Die wirklichen Estlandliebhaber suchen uns lieber persönlich auf und kommen hierher, um diese seltene Sprache auch in ihrer gesprochenen Form zu erleben.
… Der Markt für estnische Autoren ist und bleibt Estland, und es macht keinen sonderlich großen Unterschied, ob die Werke in elektronischer Form oder in Papierform vertrieben werden.”
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