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EUNIQUE im Vorbereitungsfieber

Veröffentlicht von Aino Siebert on Mai 25th, 2010 und gespeichert unter Kultur, Lebensstil, Mode. Sie können Kommentare über die Artikel hier mitverfolgen: RSS 2.0. Beides, Kommentare und Pings sind derzeit nicht möglich.

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Katrin Amos auf einer Ausstellung in Wiesbaden (Privatfoto)

Bald ist es so weit – der zweite Ausgabe der EUNIQUE eröffnet am 11. Juni in Karlsruhe ihre Pforten. Das Event mit hoch dekorierten Kunsthandwerk wird in der neue Messehalle Rheinstetten bis zum 13. Juni präsentiert. Dabei sind auch Künstlerin Katrin Amos aus Estland und sein lettischer Kollege Maris Auninš.

Von Kreativen für Trendsetter

EUNIQUE ist schon jetzt zu einem bedeutendster Messe für Angewandte Kunst und Design Europas gewachsen. Hier kann man sich Ideen und Inspirationen holen. Gezeigt werden ausschließlich Unikate und limitierte Kleinserien aus den Bereichen Wohnen, Outdoor, Schmuck, Mode und Spielzeug. Alle ausstellenden Künstler und Designer mussten sich einer Jurierung durch eine Fachkommision unterziehen.

In Vorfreude: Britta Wirtz, Karlsruher Messe- und Kongress GmbH

In Vorfreude: Britta Wirtz, Karlsruher Messe- und Kongress GmbH

Einige neue Trends wurden vorab im Atelier der Porzellankünstlerin Angela Johe auf dem Gelände des Kreativparks „Alter Schlachthof“ in Karlsruhe gezeigt. Britta Wirtz, Sprecherin der Geschäftsführung Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH sagte am Pressekonferenz: „Wir haben uns im vergangenen Jahr erstmals mit dem neuen Messeprojekt EUNIQUE auf den Markt gewagt und das mit einer überwältigenden Resonanz. Wir konnten zusammen mit unseren Partnern hochkarätige Künstler und Designer aus elf Ländern dazu bewegen, sich auf dieses innovative Projekt einzulassen. Mehr noch – wir lösten eine regelrechte Welle der Begeisterung für dieses einzigartige Messekonzept in Europas kreativer Szene aus.“

In den letzten Jahren hat die Kreativwirtschaft in Europa stark an Bedeutung gewonnen. Während in vielen Wirtschaftszweigen hohe Umsatzeinbußen und Mitarbeiterentlassungen zu verzeichnen sind, steigt die Zahl der Erwerbstätigen im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft kontinuierlich. Rund 17.000 Arbeitsplätze sind laut Statistischem Bundesamt allein in Baden-Württemberg seit dem Jahr 2000 dazugekommen. Karlsruhe zählt zu den vier Städten des Landes mit mehr als 10.000 Beschäftigten in Kreativ- und Kulturwirtschaft. Die Fächerstadt am Rhein ist nicht nur die Justizmetropole Deutschlands, sondern hier spielen Kultur, Kunst und Design seit Jahren eine immer wichtigere Rolle. Ob Theaterbühne, Konzerte, Museen, Ausstellungen oder Galerien – Karlsruhe hat das ganze Jahr einen hervorragenden Kulturkalender zu bieten.

Bernd Roeter, Präsident des World Crafts Council Europe

Bernd Roeter, Präsident des World Crafts Council Europe

Bernd Roeter führte dazu aus : „Einen gewaltigen Sprung schaffte diese neue Europäische Messe auch in Sachen Internationalität: Zur zweiten Ausgabe des Top-Events kommen Kunsthandwerker und Designer aus 20 Nationen nach Karlsruhe.“ Der Präsident des World Crafts Council – Europe lobte die Arbeit der örtlichen Messe: „Von Idee und Konzept der EUNIQUE – arts & crafts war unsere Vereinigung von Anfang an überzeugt und hat daher dieses neue Messeprojekt sofort intensiv unterstützt, weil es den angewandt arbeitenden Künstler in Europa eine ganz besondere Plattform bietet.“

Partnerland Belgien stellt sich vor

Ein Highlight der diesjährige EUNIQUE ist die Präsentation des Partnerlands Belgien. Die dortige Gestalterszene nimmt im Bereich Angewandte Kunst und Design eine Vorreiterrolle in Europa ein. Das kleine dreieckförmige Land an der Nordsee ist weltbekannt für seine Kunststätte Brügge, Gent, Lüttich, Brüssel und Antwerpen, aber auch für berühmte Persönlichkeiten wie Rubens, Tintin, Magritte und Eddy Merckx, für Mode, gutes Essen, Bier und Schokolade und nicht zuletzt für die unverwechselbaren Pommes frites.

In der Mitte der 1990-er Jahre machten sich hier eine Reihe belgischer Designer selbstständig. Dirk Wynants gründete die Marke Extremis und brachte den Gartentisch Gargantua auf den Markt, der in kürzesten Zeit zum Designklassiker avancierte. Etwa um dieselbe Zeit kam Vitra auf Maarten Van Severen zu, der seine Designideen in das Unternehmen einbringen sollte. Aus dieser Zusammenarbeit entstand der .03 Stuhl – nach wie vor einer der weltweit meistverkauften und bekanntesten Stühle überhaupt.

Bie Luyssaert repräsentierte auf der Pressekonferenz zwar Design Flanders, stellte aber auch die Wallonische Kunst vor. Politisch lassen sich die belgischen Künstler nicht beeinflussen.

Flandern war die Region in Belgien, in der das Thema Design Mitte der 1980er-Jahre allmählich Auftrieb bekam, zunächst im Möbelbereich. Aus dieser Region kommt auch hochwertiges Taschen- und Kofferdesign, wie Kipling, Hedgren und Samsonite. Seit drei Jahren engagiert sich auch Brüssel stärker, und auch in Wallonien fördern in jüngster Zeit mehrere Design-Initiativen die Entwicklung.

Nach Karlsruhe kommen insgesamt 22 Schöpfer, dabei sind unter anderem Elisabeth Leenknegt, Hilde Metz, Marie Beguin, Monique Voz und andere. Neben Kunst werden die Besucher mit belgischen Köstlichkeiten verwöhnt.

Lachsledertasche von Monika Assem

Lachsledertasche von Monika Assem

Hoch dekorierte Künstler – Vorgeschmack auf aktuelle EUNIQUE

Einige Produkte, die auf der aktuellen Aussttelung von EUNIQUE zu bewundern sind, wurden auf dem Pressemeeting vorgestellt.

Dabei waren die Ledertaschen Marke „macharten“ von Designerin Monika Assem. die Karlsruher Architektin und Designerin gründete ihr Label vor sieben Jahren. Ihre Taschen haben eine unverwechselbare Handschrift, geprägt von sinnlichem Purismus und funktionaler Raffinesse.

Besonderes interessant war eine kleine Abendtasche aus Lachsleder.

Kleider von Diane Dillin

Kleider von Diane Dillin

Kleiderkunst „Clothing a priori“ von Diane Dill aus Sulzburg lässt „die Zeiten der alten Moderne“ wieder hochleben. Die Künstlerin hat sich von der Nostalgie inspirieren lassen, sie fühlt sich vor allem dem Jugendstil verbunden. Ihre Kleider sind weiblich und auch heute gut tragbar. Diane Dill liebt Seide, aber auch andere fließende Stoffe, die sie bemalt, plissiert, filzt und färbt. So entstehen die unverwechselbaren Einzelstücke.

Elsässerin Nathalie Rolland-Huckel

Elsässerin Nathalie Rolland-Huckel

Für die Elsässerin Nathalie Rolland-Huckel ist Gold, Holz und Porzellan zur Leidenschaft geworden. Ihre Objekte und Schmuckkreationen erzählen Geschichten aus vergangenen Zeiten, erinnern an Hochkulturen aus Asien und verbinden Tradition mit Moderne. Die Unikate aus lackierten Holz rufen aber auch die Souveniere aus Russland ins Gedächtnis. Madame Rolland-Huckel erklärte mir, dass die von ihr benutzte Technik in Frankreich sehr selten geworden ist. In den 1930er Jahren benutzten sie Eileen Sirey und Jean Durrand. Heute können die Schmuckstücke aus Buche, die mit mehrere Schichten lackiert und bemalt werden, nur 25 Künstler anfertigen.

... und ihre Arbeiten: bemalte und lackierte Buche

... und ihre Arbeiten: bemalte und lackierte Buche

Jährlich kommen in ihr Atelier für 3 Wochen 2 Kunststudenten um das Handwerk zu lernen. Bei näherer Beobachtung ist die detaillierte Filigranarbeit der Französin gut zu sehen, sie unterscheidet sich deutlich von der russischen. Die Absolventin des Écola nationale des art décoratifs de Limoges arbeitet schon lange für das Haus Hèrmes, die dekorativen Geschirre werden von ihr für das bekannte Modehaus exklusiv produziert.

Designerin Susanne Goldbach mit ihrem eigenen Feuerglanz-Schmuck

Designerin Susanne Goldbach mit ihrem eigenen Feuerglanz-Schmuck

Susanne Goldbach aus Karlsruhe hat ihr Handwerk im benachbarten Pforzheim gelernt. Auch ihre Unikate – Metallarbeiten, Schalen, Dosen und Schmuck – sind Meisterwerke eines außergewöhnlichen Farbenspiels, deswegen Feuerglanz benannt. Der zarte, durchsichtige Emaillierung verleiht dem Edelmetall die Transparenz und Leichtigkeit von Glas und verstärkt das Spiel mit dem einfallenden Licht.

Gespieltes Porzellan von Angela Johe

Gespieltes Porzellan von Angela Johe

Die Gastgeberin des Pressekonferenz, Angela Johe zeigte ihre Porzellankreationen aus Limoges Porzellan: Gefäße, Objekte, Leuchten und Installationen. „Die Eigenwilligkeit des Materials macht den Reiz für mich aus,“ sagte die Künstlerin.

Weitere Informationen: www.eu-nique.eu

ast
Fotos: Aino und Werner Siebert

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