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von | 09.05.2012 | 15:41 ET in Europe

 

DTM: Triumphales Wochenende für BMW auf dem EuroSpeedway in der Lausitz

Bruno Spengler

Strahlender Sieger des 2. DTM-Rennens - Bruno Spengler

Lausitz/BR. Bruno Spengler sorgte am Sonntag (6. April) auf dem EuroSpeedway in der Lausitz vor etwa 40.000 Zuschauern für den ersten BMW-Sieg nach 20 Jahren Pause in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM). Der Frankokanadier setzte sich beim zweiten Saisonrennen gegen den Auftaktsieger Gary Paffett (Großbritannien) und seinen Markenkollegen Augusto Farfus (Brasilien) durch und feierte seinen zehnten DTM-Sieg.

Gary Paffett (Mercedes)

Glücklich über den 2. Platz - Gary Paffett (Mercedes)

Traum-Comeback für BMW
“Das ist der absolute Wahnsinn! Wir haben heute wirklich viele Gründe zum Feiern. Unser Sieg in der DTM war fantastisch. Dass auch unsere Kundenteams mit dem BMW Z4 GT3 und dem BMW 320 TC gleichzeitig Siege erringen konnten, macht dies für uns wirklich zu einem perfekten Wochenende. Das ist ein guter Tag für die BMW Motorsport Familie.”, meinte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. Den Triumph in der Lausitz erlebte auch sein Vorgänger Mario Theissen, der 2011 das BMW-Comeback in die DTM in die Wege leitete.

Jens Marquard, BMW Motorsportdirektor

Erfolgreich mit BMW, Jens Marquard, Motorsportdirektor

Nach der starken Performance in der Qualifikation am Samstag (5. Mai) war der Kanadier auch am Rennen nicht zu schlagen. “Ich glaube es kaum”, sagte Spengler sichtlich gerührt. “Sieg Nummer 50 für BMW und das mit mir, das ist unbeschreiblich. Ich habe Gänsehaut überall. Dieses Wochenende werde ich nie vergessen, das ist so besonders.” Wie bei Siegen bei ihm üblich, küsste Spengler die Motorhaube seines Autos. Bislang neunmal die eines Mercedes, aktuell – bei seinem kleinen Jubiläum – die eines BMW. So fühlten sich die Münchener in der Lausitz zurecht wie im siebten Himmel.

Boxenstop von Bruno Spengler

Boxenstop von Bruno Spengler

52 Runden lang musste Spengler auf dem Lausitzner Motodrom gegen den erneut starken Hockenheim-Sieger Gary Paffett kämpfen. Der Pilot, der seit 2005 DTM fährt, behielt jedoch sowohl Nerven als auch Übersicht und somit auch seinen ersten Platz. “Es war knapp, hat aber einfach nicht gereicht”, gratulierte Paffett seinem früheren Markenkollegen. Für Spengler war es der insgesamt zehnte Sieg in der DTM, für BMW war es der 50. Triumph. Das Ringduell zwischen Spengler und Paffett war auch ein Zweikampf zwischen zwei sehr guten Freunden. Den Männerfreundschaft hat diese Ringauseinandersetzung nicht beschädigt.

Augusto Farfus

Augusto Farfus

Hinter Paffett kam Augusto Farfus im zweiten BMW als Dritter ins Ziel. Das gute Ergebnis für den bayerischen Autobauer rundete Martin Tomczyk auf Rang sieben ab.

Farfus war erste Brasilianer auf dem DTM-Podium. Geboren 1983 in Curitiba bekam er als Kind viel Rennluft zu spüren. Im Alter von sechs Jahren ging es in den Kartsport, wo er gute Erfolge feiern konnte. Der Strahlemann verließ schon sehr früh seine Heimat und kam mit zarten Alter von 16 nach Europa um Karriere zu machen. Er kämpfte sich hart durch und konnte wegen des Rennsports nicht mal dabei sein, als vor 11 Monaten seine Tochter Victoria zu Welt kam. Der Pilot lebt mit seiner Familie in Monaco. 2011 war „Gustl“ als BMW-Werkspilot auf der Langstrecke unterwegs. Gleichzeitig begleitete er die Entwicklung des BMW M3 DTM für die Saison 2012. Dem Brasilianer wurde die Ehre zuteil, die allerersten Testkilometer mit dem neuen Rennauto der Münchener absolvieren zu dürfen.

Mario Theissen, Ex-Motorsportdirektor BMW

Mario Theissen, Ex-Motorsportdirektor BMW

Die tollsten Momente können Sie hier ansehen.

Paffett und Green sorgten für Mercedes-Glücksmomente
Jamie Green, der bei der Auftaktrennen in Hockenheim Zweite wurde, kam in Lausitz als Vierter ins Ziel und sorgte zusammen mit Paffett für Glücksmomente bei Mercedes. Green, der seit 2005 DTM fährt, war trotz seinen vierten Platzes der schnellste Mann auf dem Lausitzer Motodrom.

Jamie Green

Jamie Green

Für Audi war es einmal mehr ein durchwachsenes Wochenende. Mattias Ekström wurde Fünfter, Timo Scheider kämpfte sich um sechs Positionen nach vorne und überquerte hinter dem Schweden die Ziellinie. Das Rosberg-Duo Edoardo Mortara (8. Platz) und Filipe Albuquerque (9. Platz) sorgte für weitere Zähler. Vor allem im ersten Renndrittel hatten die Piloten Mühe, das Tempo der Konkurrenz mitzuhalten.

Der beste Audi-Pilot Ekström war mit über 20 Sekunden Rückstand auf den Sieger Bruno Spengler damit von einem Erfolg weit entfernt. “Wir hatten kein brillantes Qualifying. Du willst nicht Achter sein, wenn du darauf aus bist, Rennen zu gewinnen”, so Eki über sein Wochenende. “Am Sonntagmorgen haben wir mit Blick auf das Rennen noch Veränderungen am Auto durchgeführt. Es war ein Schritt nach vorne”, streicht er die positiven Erkenntnisse heraus. “Im Moment müssen wir den Tatsachen ins Auge sehen und weiterarbeiten,” zog der Schwede Resümee.

Mattias Ekström

Bester Audipilot in der Lausitz, Mattias Ekström

Ralf Schumacher, der sich beim Saisonauftakt mit einigen unfairen Ringübungen gegen seine Konkurrenten auf Rang sieben vorgefahren hatte, profitierte jetzt wieder vom Ausfall seines Mercedes-Kollegen Robert Wickens in der Schlussphase des Rennens und ergatterte als Zehnter einen Punkt für die Fahrerwertung. (DTM/ARD/ast)

Die Stimmen nach dem DTM-Rennen auf dem Lausitzring:
Charly Lamm (BMW Teamchef Schnitzer): „Das ist einfach traumhaft. Die DTM ist so anspruchsvoll, die Messlatte liegt so hoch. Und wir schaffen im zweiten Rennen zunächst die Poleposition und dann den ersten Sieg – das ist unbeschreiblich. Es war ein ungemein spannendes Rennen. Bruno stand permanent unter Druck, durfte sich keinen Fehler erlauben. Es war sensationell, wie er das gemacht hat. Er hat Nerven wie Drahtseile. Ich habe vorher gesagt: Auf Standfestigkeit, Strategie und die Boxenstopps wird es ankommen. So war es, und das hat bei uns heute perfekt funktioniert. Danke nicht nur an Bruno, sondern an jeden einzelnen im Team. Dieser Erfolg ist der Lohn für die harte Arbeit der vergangenen Monate.“

Bruno Spengler (Startnummer 7, BMW Team Schnitzer, Platz 1): „Heute ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich würde meinem gesamten BMW Team Schnitzer am liebsten vor Freude um den Hals fallen. Das war ein perfektes Wochenende für mich: Erste DTM-Poleposition für BMW nach 20 Jahren, erster Sieg seit 1992. Das ist der schönste Tag in meinem Leben. Das Rennen war unglaublich. Wir haben uns mit den Mercedes-Fahrern einen harten Fight geliefert und alles in die Waagschale geworfen, um vor ihnen zu bleiben. Das hat geklappt. Die letzte Runde vor dem Ziel war die längste meiner Karriere. Mein Team und ich haben uns heute keinen Fehler geleistet. Das war sicher ausschlaggebend. Eines steht fest: Jetzt wird gefeiert.“

Augusto Farfus (Startnummer 16, BMW Team RBM, Platz 3): „Glückwunsch an alle bei BMW. Sie haben uns ein wirklich unfassbar gutes Auto gegeben. Das war erst mein zweites DTM-Rennen, und wir sind noch neu in dieser Serie. Umso unglaublicher ist es, dass wir es so früh auf das Podest geschafft haben. Ich fühle mich klasse. In Hockenheim lief es für mich nicht optimal. Jetzt haben wir uns eindrucksvoll zurückgemeldet. Die Performance von heute war eine andere Hausnummer als in der vergangenen Woche. Ich bin froh darüber, dass ich das Auto ohne Fehler ins Ziel gebracht habe, obwohl mir Jamie Green im Nacken saß. Ich bin ruhig geblieben. Vielen Dank auch an mein BMW Team RBM für die beiden fantastischen Boxenstopps heute.“

Martin Tomczyk (BMW)

Martin Tomczyk (BMW), 7. Platz

Martin Tomczyk (Startnummer 1, BMW Team RMG, Platz 7): „Das Rennen ist für mich nicht perfekt gelaufen. Grundsätzlich war die Pace meines Autos in Ordnung. Vielleicht haben wir bei der Strategie und den Boxenstopps einen besseren Platz im Rennen verschenkt. Aber ich konnte meine Position aus dem Qualifying halten. Das stimmt mich zuversichtlich für das kommende Rennen in Brands Hatch. Dort werden wir wieder angreifen. Glückwunsch an Bruno und Augusto. Das ist ein fantastisches Ergebnis.“

Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef: “Der Speed für Platz 1 war sowohl bei Gary (Paffett) als auch bei Jamie (Green) vorhanden – aber schneller fahren zu können, reicht auf dieser Strecke nicht, um auch überholen zu können. Gary startete mit dem knappen Abstand von 0,043 sec zur Pole Position von Startplatz drei, machte sofort einen Platz gut, kam anschließend aber nicht weiter vor als bis zu Spenglers Fahrzeugheck – und dieses konnte Gary dann rund 50 Runden lang aus nächster Nähe betrachten. Glückwunsch an BMW und Bruno Spengler zum Sieg und danke an unsere Mannschaft für die erstklassige Arbeit seit Saisonbeginn, die uns zum Spitzenreiter in allen drei Meisterschafts-Tabellen von Fahrer-, Team- und Herstellertitel macht. Wie in Hockenheim waren unser C-Coupé und unsere Fahrer konkurrenzfähig und darauf wollen wir mit konzentrierter Arbeit aufbauen.”

Thomas Sabo

Thomas Sabo, Titel-Sponsor des Fahrzeugs von Gary Paffett und dem HWA Mercedes Team

Gary Paffett (Thomas Sabo Mercedes AMG C-Coupé, Platz 2): “Schade, mein Wagen hatte heute den Speed, um erneut zu gewinnen. Der Abstand vor dem Stopp war leider etwas zu groß, aber mein Auto war sehr schnell und super abgestimmt – großes Lob an meine Truppe. Leider war ich so nah an Bruno Spenglers Auto dran, dass ich etwas an Abtrieb verloren habe, aber ich habe alles gegeben und der zweite Podestplatz innerhalb einer Woche ist nach dem Auftaktsieg in Hockenheim ein sehr gutes Resultat für uns.”

Dr. Wolfgang Ullrich, Audi-Motorsportchef)

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef)

Jamie Green (Mercedes AMG C-Coupé, Platz 4): “Mein Auto war heute einfach super. Augusto Farfus ist ein tolles Rennen gefahren. Ich lag zeitweise hinter ihm, bin aber trotz der guten Pace meines Autos nicht an ihm vorbeigekommen. Jetzt richte ich meinen Fokus auf mein Heimrennen in Brands Hatch, wo ich gerne wieder auf dem Podium stehen würde.”

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): “Es war ein sehr hartes Rennen. Wir haben leider insgesamt nicht die Performance gefunden, die wir uns erhofft hatten. Wir haben bei Timo (Scheider) und Mattias (Ekström) zwischen Warm-up und Rennen noch etwas probiert – ich denke, das war ein Schritt in die richtige Richtung. Aber wir müssen die zwei Wochen bis zum nächsten Rennen in Brands Hatch nutzen, um dort wieder um den Sieg fahren zu können.”

Eduardo Montara

Eduardo Montara

Edoardo Mortara (Playboy Audi A5 DTM, Platz 8): “Es waren die erste Punkte in dieser Saison für mich. Ich bin über das Ergebnis etwas enttäuscht. Denn wir lagen nach dem Start auf Platz vier, aber ich konnte diese Position leider nicht halten. Es war ein schwieriges Rennen für mich und wir wissen, dass wir uns verbessern müssen.”

Filipe Albuquerque (TV Movie Audi A5 DTM, Platz 9): “Ich bin von Platz elf gestartet und als Neunter ins Ziel gekommen. Das Team hatte eine gute Strategie und schnelle Boxenstopps. Ich war etwas schneller als Edo (Mortara). Ich muss mich für die Zukunft stärker auf das Qualifying konzentrieren, um eine bessere Ausgangslage für das Rennen zu haben. Aber ich freue mich, dass ich hier erneut Punkte holen konnte.”

Bruno Spenglerwurde am 23. August 1983 in Schiltigheim (Frankreich) geboren. Er wohnt mit seiner Freundin Franziska Nickoleit in der Schweiz. Seine Hobbys sind Golf, Musik, Fahrrad fahren und Tennis. Spengler gehört seit 2005 zum DTM-Zirkus. Der sympathische Pilot startete bei der Tourenwagen Master gleich richtig durch und erarbeitete sich einen festen Platz bei Mercedes.
2006 beeindruckte Spengler Fans und Experten rund um das Deutsche Tourenwagen Masters. Was sich in der Saison 2005 mit guten Leistungen und Platzierungen in den Punkterängen bereits ankündigte, war in Spenglers zweiter DTM-Saison Programm. Am Norisring platzte der Knoten und der HWA Mercedes-Pilot feierte seinen ersten Sieg. Weitere folgten auf dem Nürburgring, in Le Mans und beim Saisonfinale in Hockenheim. Mit vier Siegen stellte Spengler den Jahresrekord 2006 auf. Das setzte der Frankokanadier, dessen Fanclub ihn zu allen Rennen begleitet, in der Saison 2007 fort. Er wurde zum erfolgreichsten Piloten im HWA-Team. Zwar konnte er diesmal nur ein Rennen gewinnen, doch er hatte bis zur letzten Kurve beim Saisonfinale in Hockenheim die Chance auf den Titel. Den verpasste er nur um drei Punkte.Als einer der großen Titelfavoriten startete er in die Saison 2008. Doch der Kanadier konnte nicht an die Leistungen der beiden Vorjahre anknüpfen und musste die Titelhoffnungen schon bald aufgeben. Auch 2009 lief es nicht rund für ihn, für die HWA-Erfolge sorgten eher seine Teamkollegen. 2010 schlug der Kanadier zurück. Mit viel Speed und herausragender Konstanz eilte Spengler den Gegnern in der Gesamtwertung auf und davon. Er sah schon wieder der sichere Champion 2010 aus, doch dann folgten zum Ende zwei Nullnummern in Hockenheim und Schanghai, nur sechs Zähler in Adria – aus der Traum.Dem Traum vom DTM-Titelgewinn jagte Spengler auch 2011 hinterher. Als bester Vertreter der Mercedes-Riege lag der Kanadier im Saisonverlauf auf Titelkurs, musste sich aber im letzten Saisondrittel wieder hinten anstellen. Sein Ausfall in Oschersleben war die Vorentscheidung zugunsten seines heutigen BMW-Markenkollegen Martin Tomczyk. (Quelle: DTM/Motorsport-Total) www.brunospengler.com
Der EuroSpeedway in der Lausitz zwischen Berlin und Dresden hat eine Streckenlänge von 3,478 km. Bei der DTM wird 52 Runden, das sind 180,856 km gefahren. DTM-Streckenrekord hat Paul Di Resta (Mercedes) mit der Zeit 1.19,119 Minuten (2008). Beste Pole-Position Zeit fuhr 2011 Bruno Spengler, damals noch mit Silberpfeile.

Das nächste Rennen findet vom 18.-20. Mai 2012 in Brands Hatch statt.

Weitere Informationen: www.dtm.com und www.dtm.tv

Fotos: Aino und Werner Siebert

 

 

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