Der Film „Iron Sky” spielt mit der wohl skurrilsten Verschwörungstheorien rund um das “Dritte Reich”. Die Story: Ende 1945 starten den Alliierten entkommene Nazis von einer geheimen Basis in der Antarktis mit Raumschiffen zum Mond – um dort einen Militärstützpunkt zu errichten und die Eroberung der Erde vorzubereiten.
Der Stützpunkt der geflohenen Nazis auf dem Mond im Film “Iron Sky” hat – nicht ganz überraschend – die Form eines Hakenkreuzes und trägt den Namen “Schwarze Sonne”. Von hier aus soll der Eroberungsfeldzug gegen die Erde starten. Zum Einsatz kommt dabei ein ganz besonderes Raumschiff nämlich eine Art Nazi-UFO. Diese Idee der Macher von “Iron Sky” hat einen der bekanntesten Nazi-Mythen zur Grundlage: die “Reichsflugscheibe”. Was steckt hinter diesem Mythos?
Ein flugbegeisteter junger Deutscher Arthur Sack verfolgte die Idee eines besonderen Flugzeuges, eines Nurflüglers, bei dem Rumpf und Tragflächen zu einer Einheit verschmolzen waren. Der damalige Generalluftzeugmeister der Wehrmacht, Ersnst Udet, begeisterte sich trotz wenig versprechender Flugergebnisse bei den ersten Modellen dieses neuartigen Typs daran und unterstützte die Entwicklung. Die sechste Maschine AS-6 war ein bemanntes Versuchsflugzeug, das in Brandis bei Leipzig endmontiert wurde und dort getestet werden sollte. Obwohl im letzten Kriegsjahr erfahrene Piloten des 1. Jagdgeschwader 400 (Raketenjäger Messerschmitt Me 163) in ihren Kampfpausen sich an den Versuchen beteiligten, gelang es nicht das Fluggerät in die Luft zu bekommen.
Am 20. April 1945 erreichte die US-Army Brandis. Alle Flugzeuge und Unterlagen sollen zerstört gewesen sein – so lautet der offizielle Bericht. Doch einige Soldaten berichten von einer seltsamen Flugmaschine auf der Landebahn. Zwei Jahre später wollen Augenzeugen in der Wüste von New Mexico ein UFO gesehen haben – beim US-Luftwaffenstützpunkt Roswell.
Sie sah in der Tat aus wie eine fliegende Untertasse, die Sack AS-6. Bis auf die Rotorblätter sah sie genau aus wie ein UFO, Testpiloten nannten sie “fliegender Bierdeckel”. Die allgemeine UFO-Hysterie nach dem zweite Weltkrieg, welche auch von der scheinbare mühelosen Eroberung des Weltalls nach der Entwicklung geeigneter Raketen und (Atom-) Antrieb möglich sein sollte, führte zu einer Fortsetzung der von den Nazis als Durchhalteparolen in Umlauf gesetzten Mythen um angebliche Wunderwaffen zu denen auch die aus den Versuchen mit der Sack-6 abgeleiteten Reichsflugscheibe gehörten.
Die Mythen um die Reichsflugscheiben besagen, dass in Brandis, 50 Kilometer östlich von Leipzig, als Blindflugschule der Wehrmacht und als Versuchsflugplatz von Junkers benutzt, eine Wunderwaffe entwickelt wurde, die den Krieg revolutionieren sollte: Diese Nazi-UFOs, 4.000 Stundenkilometer schnell und in der Lage, abrupteste Wendemanöver zu fliegen, hätten Hitler vor Kriegsende in eine geheime Basis in der Antarktis geflogen.
Im Jahr 2018 brechen die Weltraum-Nazis im Film “Iron Sky” mit riesigen Zeppelinen und einer Armada von Reichsflugscheiben von ihrer hakenkreuzförmigen Mondbasis aus auf, um die Erde unter ihre Kontrolle zu bringen – Codename der Mission ist „Meteorblitzkrieg”.
Ob es auch dieses Mal gelingen wird, die Nazis zu stoppen? Die Antwort darauf gibt die finnische skurrile Science-Fiction-Komödie “Iron Sky”.
Bild: Mika Orasmaa, www.ironsky.net
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